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Warum die USA Schutzgeld an die Osmanen zahlen musste

Diejenigen die die USA als alleinigen Verantwortlichen für den globalen Kolonialismus und Imperialismus sahen und jahrelang verdammten, sehen gegenwärtig Vizepräsident Biden als Erlöser.

Und genau diese Personen möchte ich daran erinnern, dass die USA Jahrelang Schutzgeld und Tribut an das osmanische Reich zahlen musste.

Die Konsultationen Bidens und seine Kontakte mit den Jammerern und Heulsusen,  erinnerten mich an die für die USA nicht so amüsante Beziehung vor zwei Jahrhunderten mit der größten Macht der Welt:

20 Jahre nach der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika verpflichtete sich die USA dazu, einer türkischen Provinz in Nordafrika Tribut und Schutzgeld zu zahlen,  obendrein musste dieses Versprechen in einem Vertrag festgehalten werden…

Das gesamte Nordafrika war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts unter türkischer Herrschaft. In der Epoche wurden die Provinzen Algerien,  Tunesien und Tripolis gegründet welche “Garp Ocakları” genannt wurden.  Das Osmanische Reich sicherte sich seine Macht in diesen Provinzen aus Truppen die aus der Gegend um die Ägais und Anatolien stammten. Die Kontrolle und Verwaltung in den Provinzen befand sich in der Hand der “Beys” und “Dayıs” welche den Sultan repräsentierten.

Die Einheimischen in diesen Provinzen lebten von Landwirtschaft sowie von der Piraterie im Mittelmeer.  Die Flotten und Schiffe der Länder die ein Handelsabkommen mit dem osmanischen Reich hatten, waren für diese Piraten Tabu, alle anderen Schiffe durften geplündert werden.

Zu diesem Zeitpunkt wurde auf einem fernen Kontinent ein neuer Staat geboren: die Vereinigten Staaten von Amerika,  die bis 1776 Kolonie des Britischen Empire waren, und den Unabhängigkeitskrieg gewonnen hatten.

George Washington war der erste Präsident des neu gegründeten Staates. Dieses neue Land sah sich gezwungen Handelsbeziehungen zu anderen Ländern aufzunehmen. Der US Kongreß beauftragte 1786 Diplomaten das erste Abkommen im Mittelmeerraum mit Marokko zu unterschreiben, und bat den Sultan die Nutzung marokkanischer Häfen zu erlauben.  Noch bevor das Abkommen unterschrieben wurde,  wurden Amerikanische Schiffe geplündert und die Besatzung nach Algerien verschleppt.  Vor diesem Hintergrund beauftragte George Washington 1795 Diplomaten unter der Führung von Joseph Donaldson ein Handelsabkommen mit dem algerischen “Dayı” zu treffen.  Joseph Donaldson und der Algerische Dayı Hasan Paşa unterschrieben am 5. September 1795 das in türkisch geschriebene “Freundschafts und Parnerschaftsabkommen”.

Dem Abkommen entsprechend verpflichtete sich die USA 642.000 Dollar Tribut an Hasan Paşa zu zahlen,  im Gegenzug wurden die Amerikanischen Gefangenen freigelassen.

Ausserdem segnete der US Kongreß am 7. März 1796 ein Gesetz ab, das die USA dazu verpflichtete jedes Jahr 21.600 Dollar Steuern an das osmanische Reich zu zahlen.  Zwei weitere Steuergesetze folgten,  worin sich die USA dazu verpflichteten dem Bey von Tripolis und dem Bey von Tunesien Tribut zu entrichten.

Sämtliche Verträge wurden in türkisch geschriebenen, und fingen mit einem Besmele an.

Bu belge dünyanın hâkimi, denizlerin ve karaların hükümdarı, kralların efendisi, sultanlar sultanı, imparatorlar imparatoru, Sultan Mustafa Han’ın oğlu Sultan Selim Han’ın dikkatli bakışları altında imzalanmıştır. Allah, O’nun hükmünü daimî kılsın

Dieses Dokument ist die Herrschaft über die Welt, der Herrscher der Meere und der Straßen, der Herr der Könige, der Sultan der Sultane, der Imperator der Imperatoren, der unter der sorgfältigen Beobachtung des Sultan Selim der Sohn von Sultan Mustafa Han unterschrieben worden ist.

Möge Allah diese Herrschaft auf ewig gelten lassen.

– Murat Bardakçı –  (Übersetzung: Yavuz Soğancı)

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